Der ursprüngliche Begriff Lahar bezeichnet einen schwerkraftgetriebenen vulkanischen Schlammstrom. Dabei mischen sich eruptives Material und Wasser. Um aber Missverständnissen gleich vorzubeugen: Lahar machen alles andere als zähflüssige Musik.
Lahar geben sich konsequent. Anstatt sich in Überlänge zu verfangen, packen sie die Essenz in heftige Songs mit Indie/Emo/Pop Versätzen. Was bleibt ist ein Gefühl zwischen Faustschlag und Wangenstreicheln.
Etwas weniger Brimborium, etwas weniger Geheimnissuche, das ist die unverblümte Message eines Lahar Songs. Hier werden keine plakativen 6-Minuten Lanzen gebrochen, dafür auf die Komprimierung epischer Ideen gesetzt. Konsequent ist diese Auf-den-Punkt-bringen Einstellung fürwahr, doch stellt diese für die vier Musiker lediglich eine Selbstverständlichkeit dar. Ein natürliches Gefühl von Überzeugtheit scheint im harten und melodiösen Sound von Lahar mitzuschwingen.
Vergleiche mit Bands wie Billy Talent, Thursday oder The Juliana Theorie sehen die vier Jungs als grosses Kompliment. Ihre Musik dabei als Emo zu bezeichnen wäre zu einfach und doch bringt es dieser Begriff auf den Punkt; Inside out, Gefühle zeigen, ausbrechen. Dies gilt für die ganze Band, sei es nun auf CD oder live.
Mindestens so energiegeladen wie die Bedeutung ihres Namens zeigen sich die Luzerner auf der Bühne. Hochenergetische Liveshows mit Songs die bewegen und das textliche Gefühlskino von Sänger Felix zielt direkt aufs Herz und kann einem schon mal etwas nachdenklich stimmen. Würde Lahars Musik, wider der konsumpolitischen Vernunft in Supermärkten gespielt werden, die Kunden würden nur noch Energy-Drinks kaufen.